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Welche Disziplinen gibt es beim Westernreiten?

 

westernreitenWesternreiten – Disziplin und Freiheit im Sattel

Wie bei der englischen Reitweise gibt es auch im Westernreiten verschiedene Disziplinen – vom einfachen Reiten bis zur hohen Schule. Diese sollen im Folgenden vorgestellt werden:

  1. Western Pleasure: – Der Name ist Programm: Es soll für Pferd und Reiter ein Vergnügen sein! Was einfach und mühelos erscheint, erfordert höchste Konzentration von Pferd und Reiter. Am langen Zügel werden die drei Grundgangarten vorgeführt. Die Hilfen sollen kaum sichtbar, die Übergänge in die Gangarten leicht und fließend sein. Bewertet werden die Harmonie zwischen Pferd und Reiter, die Gangarten und das Tempo. Dieses soll langsam und weich geritten werden.
  2. Western Horsemanship: – Diese Disziplin verlangt eine große Kontrolle über das Pferd. Es werden sehr anspruchsvolle Aufgaben an Pferd und Reiter gestellt. Bewertet wird hier der Reiter. Wie exakt sind seine Hilfen? Wie seine Haltung während der Aufgaben? Die Disziplin besteht aus 2 Teilen. Dem Pattern – in dem der Reiter eine Einzelaufgabe exakt ausführen muss – und die Railwork, die dem Pleasure gleicht. Es wird aber nur der Reiter bewertet.
  3. Western Riding: – Die Königsklasse der Disziplinen. Hier müssen fliegende Galoppwechsel auf dem Punkt genau und am möglichst langen Zügel durchgeführt werden. Bewertet werden vor allem die Präzision bei den Galoppwechseln, aber auch die scheinbare Leichtigkeit und Reitqualität.
  4. Reining: – Rasant und immer im Galopp wird im Reining geritten. Trotzdem gilt es als Dressur des Westernreitens. In der wohl populärste Form Europas wird unter anderen aus dem vollen Galopp gestoppt (sliding stops), 360 Grad Drehungen (Spins) und fliegende Galoppwechsel vollführt. Bei alle dem muss das Pferd immer ruhig bleiben.
  5. Trail: – Hier ist Geschicklichkeit gefordert. Es müssen verschiedene, nachgestellte Gelände-Hindernisse bewältigt werden: Holzbrücken überqueren, Stangen überreiten, ein Tor öffnen und durchreiten – um nur einige zu nennen.
  6. Barrel Race und Pole Bending: – Sind Disziplinen, wo Hindernisse im Slalom bewältigt werden müssen. Diese dürfen nicht umgeschmissen werden.
  7. Superhorse: – Die hohe Schule des Westernreitens. Es ist eine Mischung aus den Disziplinen Reining, Trail, Western Riding und Pleasure. Hier ist eine hohe Vielseitigkeit des Pferdes gefragt.

Desweiteren gibt es Disziplinen, in denen mit Rindern gearbeitet wird:

  1. Cutting: – hier muss innerhalb von 2,5 Minuten ein Rind aus der Herde gelöst werden. Ist dies geschafft, darf der Reiter dem Pferd keine sichtbaren Hilfen mehr geben, um das Rind daran zu hindern zu der Herde zurück zu kehren.
  2. Working Cowhorse: – Hier wird erst eine Reining Disziplin (Dry Work) geritten. Im zweiten Teil wird ein Rind in die Bahn gelassen, welches kontrolliert werden muss (Fence Work).
  3. Team Penning: – Ein Team von 3 Reitern muss innerhalb von 2,5 Minuten bis zu 3 Rinder in einen Pferch sperren.
  4. Zu erwähnen sei auch die Disziplin Halter: Hier wird das Pferd an der Hand vorgestellt und bewertet. Es soll dem Idealbild eines Quater Horses so nah wie möglich kommen.

Westernreiten Hufbeschläge

 

Das Westernreiten entwickelte sich aus der Arbeitsweise der Cowboy. Nicht nur die Ausrüstung ist wichtig sonder auch das Beschlagen der Tiere. Unter Beschlagen versteht man, dass dem Pferd durch einen Hufschmied ein Hufeisen angenagelt wird, wobei das Hufeisen U-förmig ist und mit Nagellöchern versehen ist. Stahl ist das klassische Hufeisenmaterial, doch heutzutage werden auch andere Materialien bzw. Werkstoffe verwendet. So gibt es Hufe aus Aluminium oder Kunststoff, oder in Kombination Aluminium mit Stahl oder Kunststoff mit Stahl.

Die Kombination mit Stahl

verhindert eine schnelle Abnutzung

Die unterschiedlichen Funktionen der Vorder- und Hintergliedmaßen eines Pferdes erfordern verschiedene Formen des Hufeisens. Das Hufeisen für die Vorderhand hat mehr eine kreisrunde Form, während die Form für die Hinderhand spitzrund ist.

Durch spezielle Anforderungen an den Huf oder an das Pferd lassen sich folgende Hufeisen unterscheiden. So gibt es Hufeisen mit Zehenkappe oder mit Seitenkappen um das Abrollen zu beschleunigen oder den Huf zu verstärken.
Armeehufeisen besitzen mehr Nagellöcher währen beim Hufeisen mit offener Zehe das Hufeisen verkehrt genagelt wird. Geschlossene Hufeisen vermeiden, dass der Huf auf der Ballenseite abgetreten wird, während beim Halbmondeisen die hinteren Schenkel fehlen. Zu nennen sind die Drei- viertel Hufeisen.

Bei den Keileisen werden die Schenkel zum hinteren Ende höher und das Ovaleisen bietet einen Höhere Auflagefläche. Beim Stegeisen ist der hintere Teil geschlossen, während beim Bügeleisen anstelle des Steges ein Bügel vorhanden ist. Die Schenkelenden sind verdickt beim Strahlbeineisen und bei Herzeisen unterstützt ein Eisen den Stahl. Bei den Pantoffeleisen werden die Innenseiten der Schenkel erhöht. Beim Pilzeisen gibt es ein pilzförmiges Eisen und Wandgängereisen sollen verhindern. dass es durch die einseitige Belastung zu einer Abnutzung kommt. Weiterhin gib es die Breitschenkelhufeisen und die NBS- Hufeisen, bei der die Zehenrundungen ein wenig abgeflacht und verstärkt sind, wodurch der Abrollpunkt ein wenig zurück versetzt wird.

Westernreitdisziplinen

Doch beim Westernreiten in den Disziplinen wie Reining, Cutting und Pleasure kommen spezielle Sporthufschläge zum Einsatz. Vor allen die Disziplin Reining erfordert z.B. Sliding Stopps, schnelle Spinns , schnelle und langsame Galoppzirkel, flüssiges Rückwärtsrichten, Galoppwechsel und Rollbacks.

Das Slidingeisen findet hier seine Verwendung. Die Schenkel des Eisens sind nach hinten offen und verlängert. Folgende Kriterien sollte ein Slidingeisen haben. Um eine Überlastung der Hintergliedmasse vorzubeugen, sollte es ein effizientes Abrollen möglich sein. Die Stabilität kann durch genügend Auflagefläche realisiert werden. Die Durchblutung wird gefördert, wenn die Innenseite des Sliders einen guten Bodenkontakt hat und eine Stimulation hervorruft. Die geraden glatten Innenseiten bewirken, dass der Widerstand reduziert wird und das Pferd geringer belastet wird.